Additive Fertigungsverfahren
Vor- und Nachteile des Materialauftrags mit gerichteter Energieeinbringung
Vorteile
Größe der Bauteile bzw. der Bauräume: Die Bearbeitungsköpfe sind nicht nur für Portalanlagen geeignet, sondern auch durch Roboter zu bewegen. Dies ermöglicht eine nahezu unbegrenzte Bauteilgröße. Die Bearbeitung von Freiformflächen ist hierdurch auch möglich.
Materialverbrauch: Ein zugeführter Draht wird direkt und komplett aufgeschmolzen. Auch bei der Verarbeitung von Pulver wird dies nahezu komplett aufgeschmolzen, sodass der Verbrauch im Vergleich zum Pulverbettverfahren (PBF) sehr gering und nahe am Volumen des Endbauteils ist.
Fertigungszeit: Durch das simultane Zuführen und Aufschmelzen des Werkstoffes ist die Fertigungszeit verkürzt. Auch die Zeit für die Bauteilentnahme ist sehr kurz, da kein bzw. kaum nicht-verfestigtes Material entfernt werden muss.
Einsparen von Stützkonstruktionen: Durch die Möglichkeit, die Bauplattform über Achssysteme oder Roboter zu rotieren, besteht die Möglichkeit, Krümmungen zu fertigen ohne, dass Stützstrukturen erforderlich sind.
Nachteile
Bearbeitungskopfabhängig: Für Mikro- oder Makrobearbeitung müssen jeweils andere Köpfe verwendet werden.
Geringe Auflösung: Die Oberflächengüte ist oft nicht ausreichend und eine Nachbehandlung der Funktionsflächen (auch mechanisch) wird erforderlich.
Kosten: Hohe Anschaffungskosten für Anlagentechnik. Diese lassen sich je nach Anwendung rechtfertigen, da die Prozesskosten bezogen auf Fertigungszeit (Vorteil) bzw. Auftragsraten vergleichsweise niedrig sind.
Gegenüber Verfahren, bei denen Stützstrukturen oder ein Pulverbett das Bauteil stützen, ist die Geometriefreiheit eingeschränkt. Insbesondere Überhänge sind hier zu beachten.

