Additive Fertigungsverfahren
Materialextrusion - Verfahrensvarianten
Anti-Gravity Object Modeling (AOM)
Bei dieser Variante wird das Bauteil nicht von unten nach oben gefertigt, sondern beliebig im Raum aufgebaut. Dazu ist eine im dreidimensionalen Raum bewegbare Düse erforderlich. Meist wird diese mit Hilfe eines Roboters geführt. Das Material, ein dickflüssiger Thermoplast, wird extrudiert und härtet bei Verlassen der beheizten Düse sofort aus.
Anwendung findet diese Verfahrensvariante bei der Herstellung von freigeformten Konturen wie beispielsweise Kunstgegenständen.

Glass 3D Printing (G3DP)
Bei dieser Verfahrensvariante sind Temperaturen um etwa 1.700 °C zu erreichen. Hierzu wird ein Ofen benötigt, welcher als Extrudier-Einheit dient. Das an der Düse austretende teigige Glas hat etwa 900 °C. Die Oberflächen der Bauteile werden häufig noch thermisch nachbearbeitet.
Weitere Verfahrensvarianten unterscheiden sich vor allem im eingesetzten Werkstoff und dessen Konsistenz. Verarbeitbar ist im Allgemeinen alles, was auch extrudierbar ist:
Stangen, Granulat, flüssig oder teigig/viskos, Kunststoff mit Metallfüllung, Kunststoff mit organischen oder anorganischen Fasern, Beton, …
Abschließend kann festgehalten werden, dass das MEX-Verfahren und seine Varianten generell in allen Branchen eingesetzt werden kann. Beispielsweise für Bauteile oder Vorrichtungen aus Kunststoff in geringer Stückzahl. Wichtig ist auch, dass
- die Festigkeit nicht im Vordergrund steht.
- keine großen Anforderungen an die Warmfestigkeit gestellt werden.
- eine genaue Maßhaltigkeit nicht erforderlich ist.
- ein zusätzlicher Aufwand für eine Nacharbeit von Funktionsflächen akzeptiert werden kann.

