Post-Processing für additive Fertigungsverfahren
Warum Nachbearbeitung?
Generell erfüllt die Nachbearbeitung den Zweck, die mechanischen und technologischen Eigenschaften des Bauteils zu verbessern. Nachbearbeitungsschritte können durch das verwendete additive Fertigungsverfahren begründet sein (Abtrennen von der Bauplattform, Entfernen der Stützstrukturen), oder darin, dass das Bauteil eine bestimmte Funktion erfüllen soll. Dafür kann zum Beispiel eine bestimmte Festigkeit, Härte, Oberflächenrauheit oder -ebenheit, Maßhaltigkeit (Toleranz), Aussehen (Farbe) oder Korrosionsschutz gefordert sein.
Alle im Modul "Additive Fertigungsverfahren" vorgestellten Verfahren unterscheiden sich in der Art der Fertigung und in den eingesetzten Ausgangsstoffen und deren Konsistenz bzw. Form (fest als Draht oder Pulver, flüssig). Das bedeutet, dass je nach Verfahren und eingesetztem Material eine individuelle Nachbearbeitung nötig ist.
Ein Bauteil/Werkstück besteht aus seinem Grundkörper (mechanische Anforderungen) und seiner Oberfläche/Randschicht (weitere spezielle Anforderungen). In der Additiven Fertigung entsprechen die Oberflächen häufig nicht den geforderten Anforderungen, wenn das Bauteil aus dem Bauraum entnommen wird. Die Nachbearbeitung hat daher eine Verbesserung der Oberfläche des gedruckten Bauteils zum Ziel, kann aber auch das gesamte Volumen des Bauteils einbeziehen.
Welche Nachbearbeitung erforderlich ist, ergibt sich aus dem Werkstoff des Bauteils, der späteren Funktion und dem Kundenwunsch. Die Nachbearbeitungsschritte können mechanische, chemische oder thermische Prozesse sein, die entweder manuell oder maschinell (automatisiert) angewendet werden.
