Post-Processing für additive Fertigungsverfahren

Oberflächenbehandlung von Kunststoffbauteilen

Imprägnierung/Färbung durch Infiltration

SLS-gefertigte Bauteile lassen sich durch Infiltration imprägnieren. Flüssiges Epoxidharz dringt in das SLS-Bauteil ein und wird anschließend ausgehärtet. Es entsteht eine luft- und flüssigkeitsdichte Schutzschicht. Das Bauteil hat danach eine höhere Stabilität, Steifigkeit und ist resistent gegen Feuchtigkeit. Möglich ist auch das gleichzeitige Einfärben.

Infiltration ist bei Produkten, die am Körper getragen werden, zwingend notwendig. Die Produkte werden gegen Schmutz, Schweiß und Umwelteinflüsse geschützt und auch langfristig geruchsneutral.

Infiltrieren eignet sich auch für 3D-Drucke aus: Polymergips/CJP-Druck, PA/SLS-Druck, ABS/FDM-Druck, Keramik-Druck, PMMA-Kunststoff und Quarzsand/jeweils FDB-Druck.

Wichtig ist die sorgfältige Vorarbeit, wie das Entfernen von Pulverresten und das Anfassen des Bauteils mit Handschuhen, um ein gleichmäßiges Färbeergebnis zu erzielen.

Bei auf Papier basierenden Systemen ist Infiltrieren mit Harz zur Erhöhung der Haltbarkeit sowie Verbesserung der Oberfläche notwendig. Wie bei jedem Verfahren sind die Nachbearbeitungszeiten abhängig von der Geometrie und gewünschten Genauigkeit.

Beim selektiven Lasersintern kommen die gerade gefertigten Produkte weiß aus der Maschine und vergilben mit der Zeit, wenn sie nicht behandelt werden. Daher ist auch bei diesen Teilen das Einfärben durch Infiltration eine sinnvolle Oberflächenbehandlung.

Chemische Glättung mit Lösungsmittel

Außer durch mechanisches Polieren kann die Oberfläche von Kunststoffbauteilen auch chemisch geglättet werden. Die oberste Schicht der additiv gefertigten Kunststoffteile wird durch den Glätteprozess verflüssigt und deren Oberflächenmoleküle somit neu angeordnet. Abhängig von der Dauer und der Intensität des chemischen Glättens erhalten die Bauteile einen unterschiedlichen Glättungs- und Glanzgrad. Die Eignung der Teile ist nahezu geometrieunabhängig.

Je nach gesundheitsschädlicher Wirkung und Menge kann das Lösungsmittel händisch aufgetragen werden (bei Aceton) oder muss in einer geschlossenen Anlage (bei Chloroform) verarbeitet werden.

Die Wirkung der chemischen Glättung auf das Bauteil ist vielfältig:

  • Versiegelung und Verdichtung der Oberfläche
  • Bauteil wird Flüssigkeitsabweisend
  • Resistenter gegen Chemikalien, Verschmutzung
  • Weniger anfällig für Verkeimung
  • Verbesserung der Reinigung

Übliche Lösungsmittel sind:

  • Kombinationen mit Aceton
  • Isopropylalkohol (IPA)
  • Natriumhydroxid (NaOH)
  • Dichlormethan (DCM)
  • Chloroform 



Informationsmeldung
Bisher wurde noch kein Kommentar abgegeben.